Betrieblicher Ersthelfer

Die Gewährleistung einer wirksamen Ersten Hilfe liegt in der Verantwortung jedes Betriebes. Die Bereitstellung von „Ersthelfern“ gemäß DGUV Vorschrift 1 wird von den Berufsgenossenschaften vorgeschrieben. Ersthelfer kann nur sein, wer in Erster Hilfe ausgebildet ist.

Mindestanzahl der Ersthelfer im Betrieb (§ 26, DGUV Vorschrift 1):

  • Von 2 bis zu 20 anwesenden Versicherten 1 Ersthelfer
  • Bei mehr als 20 anwesenden Versicherten:
    ● in Verwaltungs- und Handelsbetrieben 5 % der Anzahl der anwesenden Versicherten
    ● in sonstigen Betrieben 10 % der anwesenden Versicherten

In Verwaltungs- und Handelsbetrieben müssen mindestens 5 % der Versicherten ausgebildete Ersthelfer sein. In anderen Bereichen, den so genannten sonstigen Betrieben, wie z.B. Feuerwehr, Krankenhäusern, Justizvollzugsanstalten, Polizeiwerkstätten, 10 % der Versicherten. In Betrieben mit besonderer Gefährdung, wie z.B. Bauhöfe, Straßenmeistereien, Forstbetriebe, Kläranlagen, Eichämter, Ausgrabungsstätten, kann es erforderlich sein, dass alle Mitarbeiter als Ersthelfer ausgebildet werden müssen, wenn sie regelmäßig in kleinen Arbeitsgruppen im Außendienst tätig sind.

Etwas anders sieht es da bei Schulen und Kitas aus:

  • In Hochschulen müssen 10% der Beschäftigten als Ersthelferinnen und Ersthelfer ausgebildet sein.
  • In Schulen wird empfohlen, bis zu 20 % des fest angestellten pädagogischen Personals (ohne Honorarkräfte) als Ersthelferinnen und Ersthelfer auszubilden.
  • In Kindertageseinrichtungen muss eine Ersthelferin oder ein Ersthelfer je Kindergartengruppe zur Verfügung stehen. Eine zusätzliche Kostenübernahme über diese Mindestanforderung hinaus ist bei eingruppigen Einrichtungen, integrativen oder heilpädagogischen Einrichtungen möglich.
Die Lehrgangsgebühren werden von den Unfallversicherungsträgern in Form von Pauschalgebühren getragen und direkt mit den Ausbildungsstellen abgerechnet.
 
Weitere Lehrgangsgebühren, sowohl für die Teilnehmer, als auch für Unternehmer, entstehen nicht.
 
Lediglich Kosten für Entgeltfortzahlung und Fahrtkosten trägt der Unternehmer.
 
Beachten Sie, dass es eine Ordnungswidrigkeit darstellt, wenn ein Unternehmen nicht genügend „Ersthelfer“ bereitstellt.
 
Nach § 209 SGB VII können bis zu EUR 10.000,– Bußgeld verhängt werden.